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Kommissionierung: Methoden im Vergleich und wann welche passt

Kommissionieren heisst: Artikel aus dem Lager nach Kundenauftrag zusammenstellen. Das klingt einfach, ist aber oft der arbeitsintensivste Prozess im Lager. Wie du kommissionierst, beeinflusst Geschwindigkeit, Fehlerquote und Kosten. Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Methoden und Fragen, mit denen du die passende auswählst.

Logis Merksatz: Wähle die Kommissioniermethode nach Auftragsstruktur und Wegzeit und miss danach Picks pro Stunde und Fehlerquote.
Logis Merksatz zu diesem Artikel

Zwei Grundprinzipien: Wer bewegt sich?

Person zur Ware: Die Mitarbeitenden gehen durch die Regalgänge und holen die Artikel. Das ist der Normalfall in vielen Lagern, flexibel und einfach einzuführen. Der Nachteil: Wegzeiten.

Ware zur Person: Die Ware wird automatisch oder per Förderanlage zum Arbeitsplatz gebracht. Die Person bleibt an einer Station und entnimmt die Artikel. Das spart Wege, braucht aber Technik und Investitionen.

Organisationsformen: Wie werden Aufträge zusammengefasst?

Form Prinzip Geeignet bei Beachte
Auftragsweise (einstufig) Ein Auftrag nach dem anderen Wenigen, grossen Aufträgen Lange Wege bei kleinen Aufträgen
Serie oder Batch Mehrere Aufträge gemeinsam sammeln, danach aufteilen Vielen kleinen Aufträgen mit ähnlichen Artikeln Zusätzlicher Sortierschritt
Zonenkommissionierung Jede Person bearbeitet einen Lagerbereich Grossen Lagern mit vielen Zonen Auftragsteile müssen zusammengeführt werden

Oft werden Formen kombiniert, zum Beispiel Zonen mit Batch-Sammlung.

Logi empfiehlt: Kommissionieren, Lagern und Versenden sind Kernthemen der Berufskunde, die du in den Logistik-Kursen Schritt für Schritt übst. Dazu passt der Kurs Logistiker/in EFZ Berufskunde (BiVo 2024) auf e-learning.place. Jetzt gratis registrieren und mit der ersten Lerneinheit starten, ohne Kreditkarte.

Hilfsmittel: Wie wird der Pickauftrag übermittelt?

  • Papierliste: Einfach und billig, aber fehleranfällig bei Zahlen und Lesbarkeit. Für kleine Lager möglich.
  • Pick-by-Scan: Mobiles Gerät mit Scanner. Artikel- und Platzcode werden gelesen, Fehlgriffe fallen auf.
  • Pick-by-Voice: Ein Headset gibt Anweisungen und nimmt Bestätigungen per Sprache entgegen. Hände und Augen bleiben frei.
  • Pick-by-Light: Lichtsignale am Regal zeigen Platz und Menge an. Gut bei hohen Stückzahlen im festen Bereich.
  • Pick-by-Vision: Datenbrillen blenden Informationen ein. Noch seltener im Einsatz.

Die Wahl hängt von Auftragsstruktur, Artikelvielfalt, Lärm, Hygieneanforderungen und Budget ab.

Ein Entscheidungsbeispiel

Fiktives Beispiel: Ein Händler versendet täglich 400 Aufträge mit im Schnitt zwei Positionen. Die meisten Artikel sind klein und liegen in einem Bereich. Auftragsweises Sammeln bedeutet viele kurze Einzelgänge, jeweils mit Hin- und Rückweg. Eine Batch-Kommissionierung bündelt zum Beispiel zehn Aufträge zu einer Runde und sortiert danach am Packplatz auf. Je ähnlicher die Artikel in den Aufträgen sind, desto grösser der Wegvorteil. Ob sich der zusätzliche Sortierschritt lohnt, zeigt eine Messung: Vergleiche Picks pro Stunde und Fehlerquote vor und nach einer Testwoche.

Kennzahlen, die du messen solltest

  • Picks pro Stunde: Wie viele Positionen holt eine Person durchschnittlich?
  • Fehlerquote: Wie viele Aufträge enthalten falsche Artikel oder Mengen? Das lässt sich als Anteil der Aufträge mit Reklamation pro tausend Aufträge ausdrücken.
  • Wegzeitanteil: Wie viel Arbeitszeit entfällt auf Laufen? Das lässt sich mit einer Zeitaufnahme oder mit Daten aus dem Scangerät ermitteln.
  • Durchlaufzeit: Wie lange dauert es vom Auftragseingang bis zur Versandbereitschaft?

Wegzeiten sind häufig der grösste Zeitblock, aber miss das, anstatt es anzunehmen.

Übung: Welche Methode passt?

Ein Lager verschickt täglich viele kleine Aufträge mit je ein bis zwei Positionen, die Artikel liegen eng beisammen. Passend wäre eine Batch-Kommissionierung mit mobilem Scanner: Mehrere Aufträge werden in einer Runde gesammelt, der Scanner verhindert Fehlgriffe, und am Packplatz erfolgt die Sortierung. Bei einem Lager mit wenigen, grossen Aufträgen wäre die auftragsweise Kommissionierung oft einfacher.

Häufige Fragen

Welche Methode ist die beste?

Keine. Wähle nach Aufträgen, Artikeln, Raum und Budget. Eine Messung vor und nach einer Änderung zeigt, ob sie wirkt.

Wie senke ich Fehler beim Kommissionieren?

Mit eindeutiger Kennzeichnung (Barcodes), klarem Lagerplatzsystem und Kontrolle per Scan. Bei Papierlisten helfen gut lesbare Listen und Stichprobenkontrollen.

Was ist der Unterschied zwischen Kommissionieren und Verpacken?

Kommissionieren stellt die Artikel nach Auftrag zusammen. Verpacken sichert und beschriftet sie für den Versand. Beides gehört zum Warenausgang.

Quellen und weiterführende Links

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