Doppelte Buchhaltung einfach erklärt: Soll, Haben und Buchungssätze
Die doppelte Buchhaltung ist das Grundgerüst des betrieblichen Rechnungswesens. Das Wort «doppelt» bedeutet: Jeder Geschäftsvorfall wird auf mindestens zwei Konten erfasst, auf einem im Soll, auf dem anderen im Haben. So bleibt die Rechnung im Gleichgewicht, und Fehler fallen auf. Hier lernst du das Prinzip mit vier Beispielen.

Die Grundbausteine
- Konto: Eine Liste, in der Veränderungen eines Postens festgehalten werden (zum Beispiel Bank, Kasse, Büromaterial).
- Bilanz: Stichtagsbild. Links stehen die Aktiven (Was besitzt der Betrieb?), rechts die Passiven (Woher stammt das Kapital?: Fremdkapital und Eigenkapital).
- Erfolgsrechnung: Zeitraumbild. Sie zeigt Aufwand und Ertrag und damit den Gewinn oder Verlust.
- Soll und Haben: Die beiden Seiten eines Kontos. Sie bedeuten nicht «gut» und «schlecht», sondern linke und rechte Seite.
Die Grundregeln
| Kontoart | Zunahme | Abnahme |
|---|---|---|
| Aktivkonto (zum Beispiel Bank, Debitoren) | Soll | Haben |
| Passivkonto (zum Beispiel Kreditoren, Eigenkapital) | Haben | Soll |
| Aufwandkonto | Soll | Haben |
| Ertragskonto | Haben | Soll |
Merksatz: Bei jedem Buchungssatz entspricht die Summe der Soll-Beträge der Summe der Haben-Beträge.
Logi empfiehlt: Buchen, Lohn abrechnen, Abschluss erstellen und Pflichten erfüllen lernst du im Kurs Buchhaltung und Lohn für KMU. Dazu passt der Kurs Buchhaltung und Lohn für KMU in der Schweiz auf e-learning.place. Jetzt gratis registrieren und mit der ersten Lerneinheit starten, ohne Kreditkarte.
Vier Beispiele
1. Kauf von Büromaterial auf Rechnung (480 CHF). Büromaterialaufwand (Soll) an Kreditoren (Haben) 480. Der Aufwand nimmt zu, gleichzeitig entsteht eine Schuld gegenüber dem Lieferanten.
2. Bezahlung der Rechnung per Bank. Kreditoren (Soll) an Bank (Haben) 480. Die Schuld nimmt ab, das Bankguthaben ebenfalls.
3. Verkauf einer Dienstleistung auf Rechnung (2'000 CHF). Debitoren (Soll) an Dienstleistungsertrag (Haben) 2'000. Die Forderung gegenüber dem Kunden steigt, der Ertrag nimmt zu.
4. Der Kunde bezahlt. Bank (Soll) an Debitoren (Haben) 2'000. Das Bankguthaben steigt, die Forderung sinkt.
Siehst du das Muster? In jedem Fall sind zwei Konten betroffen, und Soll und Haben sind gleich hoch.
Der Kontenrahmen KMU
Viele Schweizer Betriebe verwenden den Kontenrahmen KMU. Er ordnet Konten nach Nummern:
- 1 Aktiven
- 2 Passiven
- 3 Betriebsertrag aus Lieferungen und Leistungen
- 4 Aufwand für Material, Waren und Dienstleistungen
- 5 Personalaufwand
- 6 Übriger betrieblicher Aufwand
- 7 bis 9 Nebenerfolge, ausserordentliche Posten und Abschluss
Wenn du eine Kontonummer kennst, weisst du, in welchem Bereich sie liegt.
Buchführungspflicht in der Schweiz
Wer ins Handelsregister eingetragen ist, muss grundsätzlich Buch führen und Rechnung legen. Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit einem Umsatz unter 500'000 CHF genügt eine vereinfachte Buchführung über Einnahmen, Ausgaben und Vermögenslage. Grössere Betriebe führen die doppelte Buchhaltung. Die Regeln stehen im Obligationenrecht. Kläre mit einer Fachperson, was für dich gilt.
Typische Anfängerfehler
- Soll und Haben vertauschen: Prüfe die Kontoart und ob das Konto zu- oder abnimmt.
- Nur ein Konto buchen: Es braucht immer mindestens zwei Seiten.
- Beleg fehlt: Ohne Beleg keine Buchung. Bewahre Belege geordnet und für die gesetzliche Dauer auf.
- Privates und Geschäftliches mischen: Trenne Konten und Belege.
Übung: Buche den Vorgang
Ein Betrieb bezahlt die Monatsmiete von 1'800 CHF per Bank. Betroffene Konten: Mietaufwand (Aufwandkonto) und Bank (Aktivkonto). Der Aufwand nimmt zu (Soll), das Bankguthaben ab (Haben). Buchungssatz: Mietaufwand an Bank 1'800. Kontrolle: Soll 1'800 und Haben 1'800 sind gleich hoch.
Häufige Fragen
Brauche ich als Kleinstunternehmen eine doppelte Buchhaltung?
Nicht unbedingt. Je nach Rechtsform und Umsatz genügt eine vereinfachte Buchführung. Auch dann kann die doppelte Buchhaltung nützlich sein.
Welche Software eignet sich?
Es gibt viele Programme. Achte auf Schweizer Kontenrahmen, MWST-Abrechnung und Exportmöglichkeiten für deine Treuhandstelle.
Wo lerne ich Buchen?
Mit vielen kleinen Beispielen. Beginne mit den vier Standardfällen oben und erweitere schrittweise.
Quellen und weiterführende Links
Weiterlernen auf e-learning.place
Logi begleitet dich durch die Kurse der Plattform: mit Praxisfällen, Übungen, Lernkarten und Quiz. So wird aus diesem Artikel eine Lernroutine.
- Passender Kurs: Buchhaltung und Lohn für KMU in der Schweiz: Buchen, Lohn abrechnen, Abschluss erstellen und Pflichten erfüllen.
- Weiterer Kurs: Fachfrau/Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis: Vorbereitung auf die Berufsprüfung im Finanz- und Rechnungswesen.
- Weiterer Kurs: Kostenrechnung und Controlling im KMU – Fortgeschritten: Kosten rechnen, Preise kalkulieren, Budget planen.
- Gratis starten: Alle veröffentlichten Selbstlernkurse lassen sich mit einem Gratiskonto nutzen, mit Werbepausen und ohne Kreditkarte. Kostenlos registrieren.
- Lernpfade: Lernpfade ordnen mehrere Kurse zu einem Ziel. Alle Lernpfade ansehen oder den gesamten Kurskatalog durchsuchen.
- Premium: werbefrei lernen, mit persönlichem Lernplan, Vorlesen und KI-Lernhilfe. Premium ansehen.