Deckungsbeitrag und Break-even berechnen: Schritt für Schritt mit Beispiel
Wie viele Stück musst du verkaufen, damit sich dein Angebot lohnt? Die Antwort liefert die Break-even-Analyse. Sie beruht auf dem Deckungsbeitrag, einer der nützlichsten Kennzahlen der Kostenrechnung. Hier rechnest du Schritt für Schritt ein Beispiel durch, das du auf dein Angebot übertragen kannst.

Fixe und variable Kosten unterscheiden
- Variable Kosten ändern sich mit der Menge: Material, Verpackung, Provision, Fremdleistung pro Stück.
- Fixkosten fallen unabhängig von der Menge an: Miete, Löhne (im Normalfall), Versicherungen, Leasing, Software-Abos.
Manche Kosten sind gemischt, zum Beispiel Stromkosten mit Grundgebühr und Verbrauchsanteil. Teile sie auf oder ordne sie dort ein, wo sie überwiegen. Die Unterscheidung ist die Grundlage der Rechnung. Falsch eingeordnete Kosten verfälschen das Ergebnis.
Das Beispiel: Ein kleines Atelier
Fiktives Beispiel: Ein Atelier verkauft handgefertigte Notizbücher.
- Verkaufspreis: 25 CHF pro Stück
- Variable Kosten: 15 CHF pro Stück (Papier, Einband, Verpackung)
- Fixkosten pro Monat: 12'000 CHF (Miete, Löhne, Versicherung, Software)
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Schritt 1: Deckungsbeitrag pro Stück
Deckungsbeitrag pro Stück = Verkaufspreis − variable Kosten pro Stück
Im Beispiel: 25 − 15 = 10 CHF. Jedes verkaufte Stück trägt 10 CHF bei, um die Fixkosten zu decken und danach Gewinn zu erzielen.
Schritt 2: Break-even-Menge
Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag pro Stück
Im Beispiel: 12'000 ÷ 10 = 1'200 Stück pro Monat. Bei dieser Menge sind alle Kosten gedeckt, der Gewinn beträgt null. Der Umsatz an dieser Schwelle beträgt 1'200 × 25 = 30'000 CHF.
Schritt 3: Gewinn bei einer geplanten Menge
Gewinn = (Menge × Deckungsbeitrag pro Stück) − Fixkosten
Bei 1'500 Stück: 1'500 × 10 = 15'000 CHF Deckungsbeitrag, minus 12'000 Fixkosten, ergibt 3'000 CHF Gewinn. Bei 1'000 Stück: 10'000 − 12'000 = −2'000 CHF Verlust.
Schritt 4: Sicherheitsmarge
Sicherheitsmarge = (geplante Menge − Break-even-Menge) ÷ geplante Menge
Bei 1'500 geplanten Stück: (1'500 − 1'200) ÷ 1'500 = 0,20, also 20 Prozent. Die Verkäufe dürfen um 20 Prozent unter den Plan sinken, bevor du in die Verlustzone gerätst. Je grösser die Marge, desto sicherer ist die Planung.
Was passiert bei einer Preisänderung?
Du überlegst, den Preis auf 22 CHF zu senken, um mehr zu verkaufen. Der Deckungsbeitrag sinkt auf 22 − 15 = 7 CHF. Die neue Break-even-Menge: 12'000 ÷ 7 ≈ 1'714,3, also aufgerundet 1'715 Stück. Du müsstest rund 515 Stück mehr verkaufen, nur um wieder bei null zu sein. Eine Preissenkung lohnt sich also nur, wenn die zusätzliche Menge realistisch ist. Rechne mit mehreren Szenarien, bevor du entscheidest.
Typische Fehler
- Fixkosten vergessen: Auch eigener Lohn, Zinsen und Abschreibungen gehören in die Rechnung.
- Variable Kosten zu tief: Rechne Verpackung, Zahlungsgebühren und Rabatte mit ein.
- Fixkosten als konstant annehmen: Bei grösserer Menge können sie sprungfix steigen (zusätzliche Maschine, Raum).
- Mehrere Produkte vermischen: Bei unterschiedlichen Deckungsbeiträgen rechne mit einem Durchschnitt oder pro Produkt.
- Nur auf den Preis achten: Der Deckungsbeitrag zählt, nicht allein der Umsatz.
Wofür die Rechnung nützlich ist
- Preisentscheid: Wie viel Mindestmenge brauche ich bei einem bestimmten Preis?
- Zusatzaufträge: Lohnt sich ein Auftrag zu einem tieferen Preis, wenn die Fixkosten schon gedeckt sind? Dann zählt, ob der Deckungsbeitrag positiv ist.
- Investitionen: Wie verändert eine neue Maschine die Fixkosten und den Deckungsbeitrag?
Übung: Rechne selbst
Ein Café verkauft Mittagsmenüs für 18 CHF. Variable Kosten: 7 CHF pro Menü. Fixkosten pro Monat: 14'300 CHF. Deckungsbeitrag: 18 − 7 = 11 CHF. Break-even: 14'300 ÷ 11 = 1'300 Menüs pro Monat. Bei 22 Öffnungstagen sind das rund 59 Menüs pro Tag (1'300 ÷ 22 ≈ 59,1). Frage: Ist das realistisch für den Standort?
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Gewinn?
Der Deckungsbeitrag deckt zuerst die Fixkosten. Erst was danach übrig bleibt, ist Gewinn.
Kann ich das in Excel rechnen?
Ja. Eine Tabelle mit Preis, variablen Kosten und Fixkosten genügt. Mit einer Zeile pro Menge siehst du Gewinn und Verlust.
Gilt das nur für Produkte?
Nein, auch für Dienstleistungen. Dann sind die variablen Kosten zum Beispiel Material oder Fremdleistungen pro Auftrag.
Quellen und weiterführende Links
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