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FIFO, FEFO und LIFO: Welches Lagerprinzip passt wann?

Im Lager muss entschieden werden, welche Ware zuerst herausgegeben wird, wenn dieselbe Ware mehrfach vorhanden ist. Die Antwort heisst nicht immer «die älteste». Drei Prinzipien kommen in der Praxis vor: FIFO, FEFO und LIFO. Hier lernst du, was sie bedeuten, wann sie passen und was in der Praxis schiefgehen kann.

Logis Merksatz: Haltbarkeit entscheidet: Bei Verfallsdatum gilt FEFO, sonst oft FIFO, und das System muss es auch physisch erzwingen.
Logis Merksatz zu diesem Artikel

Die drei Prinzipien im Überblick

Prinzip Bedeutung Gedanke
FIFO First In, First Out Was zuerst eingelagert wurde, wird zuerst entnommen
FEFO First Expired, First Out Was zuerst abläuft, wird zuerst entnommen
LIFO Last In, First Out Was zuletzt eingelagert wurde, wird zuerst entnommen

FIFO: Der Standard bei dauerhaft lagerfähiger Ware

FIFO verhindert, dass Ware verstaubt, veraltet oder durch lange Lagerung an Qualität verliert. Es passt zu Waren ohne starre Ablaufdaten, bei denen aber Alterung oder Modellwechsel eine Rolle spielen: Verpackungsmaterial, Ersatzteile, Textilien.

Für FIFO eignen sich Durchlaufregale: Die Ware wird auf der einen Seite eingelagert und auf der anderen Seite entnommen. Die Reihenfolge ergibt sich aus der Bauweise.

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FEFO: Das Mass der Haltbarkeit

Bei Lebensmitteln, Medikamenten, Chemikalien oder Kosmetika zählt das Ablaufdatum, nicht der Eingang. Eine später eingetroffene Lieferung kann ein früheres Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) haben als eine ältere. Deshalb gilt FEFO.

Beispiel (fiktiv): Drei Paletten Joghurt sind im Lager.

Palette Eingang MHD
P1 3. März 20. März
P2 5. März 12. März
P3 8. März 25. März

Nach FIFO würde P1 zuerst entnommen. Nach FEFO ist P2 zuerst dran, weil sie als erste abläuft. Wer hier FIFO anwendet, riskiert, dass P2 abläuft, bevor sie verkauft wird.

Für FEFO brauchst du Daten: MHD oder Chargennummer müssen beim Wareneingang erfasst und im System geführt werden. In vielen Betrieben ist das über Barcodes mit Charge und Ablaufdatum möglich.

LIFO: Der Sonderfall

LIFO kommt vor, wenn Ware nur von einer Seite zugänglich ist, zum Beispiel in Einfahrregalen (Drive-in) oder beim Blocklagern. Die zuletzt eingelagerte Palette steht dann vorne und wird zuerst entnommen. Das spart Platz, passt aber nur zu Ware ohne strenge Haltbarkeits- und Chargenregeln. Von der Lagerlogik zu trennen ist die Bewertung in der Buchhaltung: Auch dort gibt es FIFO- und Durchschnittsverfahren, die aber eine eigene Regelung haben und nicht automatisch mit der physischen Reihenfolge übereinstimmen.

Welches Prinzip passt?

Stelle dir vier Fragen:

  1. Hat die Ware ein Ablaufdatum? Dann FEFO.
  2. Altert die Ware oder verliert sie an Wert? Dann meist FIFO.
  3. Ist Platz wichtiger als Reihenfolge? Dann kann LIFO mit Blocklager passen, sofern keine Haltbarkeitsvorgaben dagegen sprechen.
  4. Muss ich Chargen zurückverfolgen? Dann brauchst du in jedem Fall eine lückenlose Chargenführung.

Typische Fehler in der Praxis

  • FIFO im System, aber nicht im Regal: Das System schlägt die älteste Ware vor, aber die Mitarbeitenden greifen nach der nächsten Palette. Bauliche Lösungen (Durchlaufregal) und klare Kennzeichnung helfen.
  • MHD nicht erfasst: Ohne Erfassung kann FEFO nicht funktionieren.
  • Unterschiedliche Chargen gemischt: Auf einem Lagerplatz sollten nicht verschiedene Chargen ohne Kennzeichnung liegen.
  • Nachschub oben drauf: Wird bei Fachbodenregalen neue Ware vorne eingelagert, wird die ältere vergessen. Schaffe die Regel «hinten einlagern, vorne entnehmen».
Übung: Welche Palette zuerst?

Drei Paletten: A (Eingang 2. April, MHD 30. April), B (Eingang 4. April, MHD 22. April), C (Eingang 6. April, MHD 15. Mai). Nach FEFO wird B zuerst entnommen (22. April), danach A (30. April), zuletzt C (15. Mai). Nach FIFO wäre die Reihenfolge A, B, C. Bei Ware mit Ablaufdatum ist FEFO sicherer.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen FIFO und FEFO?

FIFO richtet sich nach dem Eingangsdatum, FEFO nach dem Ablaufdatum. Bei Ware mit MHD ist FEFO massgebend.

Brauche ich dafür ein Warenwirtschaftssystem?

Nicht zwingend, aber es erleichtert die Verwaltung von Chargen und Ablaufdaten erheblich. In kleinen Lagern können klare Regeln, Etiketten und Regalordnung genügen.

Was ist mit Rückverfolgbarkeit?

Wer Chargen erfasst, kann im Problemfall nachvollziehen, welche Ware betroffen ist. Das ist besonders bei Lebensmitteln, Medizinprodukten und Chemikalien wichtig.

Quellen und weiterführende Links

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