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Gute Lernkarten schreiben: Sieben Regeln mit Beispielen

Lernkarten sind einfach, aber nicht jede Karte hilft. Eine Karte mit einem ganzen Textabschnitt wird durchgelesen, statt abgefragt. Eine Karte mit einer unklaren Frage erzeugt Rätselraten. Dieser Artikel zeigt sieben Regeln, mit denen du Lernkarten schreibst, die dich beim Verstehen und Behalten unterstützen. Zu jeder Regel findest du ein Beispiel.

Logis Merksatz: Eine Karte, eine Frage, eine Antwort in eigenen Worten: Was sich nicht abfragen lässt, gehört nicht auf die Karte.
Logis Merksatz zu diesem Artikel

Regel 1: Eine Frage pro Karte

Auf eine Karte gehört eine Aufgabe für dein Gedächtnis. Mehrere Fragen vermischen sich, und du weisst nicht, welcher Teil fehlt.

Schwach Besser
Was ist der Meldebestand, wie berechnet man ihn und wozu dient er? Wie berechnest du den Meldebestand?

Die Frage nach dem Zweck wird eine zweite Karte.

Regel 2: Formuliere in eigenen Worten

Eine Karte, die du abschreibst, hilft wenig. Formuliere Frage und Antwort so, dass du sie jemandem erklären könntest. So erkennst du Verständnislücken.

Logi empfiehlt: In den Kursen findest du fertige Lernkarten zu jedem Thema, die du mit eigenen Karten ergänzen kannst. Dazu passt der Kurs Logistikfachmann/-frau FA auf e-learning.place. Jetzt gratis registrieren und mit der ersten Lerneinheit starten, ohne Kreditkarte.

Regel 3: Frage nach Zusammenhängen, nicht nur nach Wörtern

Reine Definitionen lassen sich auswendig lernen, ohne sie zu verstehen. Fragen wie «Warum», «Was passiert, wenn» oder «Woran erkennst du» prüfen mehr.

Schwach Besser
Was bedeutet FIFO? Wann ist FEFO besser als FIFO? Nenne ein Beispiel.

Regel 4: Beispiele und Zahlen verwenden

Konkrete Beispiele bleiben besser hängen als abstrakte Sätze. Auf die Vorderseite gehört ein kleiner Fall, auf die Rückseite die Lösung.

Vorderseite: Verbrauch 40 Stück pro Tag, Wiederbeschaffungszeit 6 Tage, Sicherheitsbestand 120 Stück. Wie hoch ist der Meldebestand? Rückseite: 40 × 6 + 120 = 360 Stück.

Regel 5: Lückentexte für Begriffe und Formeln

Mit Lücken übst du Begriffe im Zusammenhang. Wichtig ist, dass nur ein Wort fehlt und der Satz eindeutig bleibt.

Beispiel: «Mit der Excel-Funktion ___ suchst du einen Wert in der ersten Spalte einer Tabelle und gibst Werte aus einer anderen Spalte zurück.»

Regel 6: Aus Fehlern lernen

Jede falsche Antwort in Übungen oder Probeprüfungen ist eine Karte wert. Schreibe auf, was du verwechselt hast und wie die richtige Lösung lautet. So füllst du genau die Lücken, die wirklich bestehen.

Regel 7: Wenig und regelmässig

Zehn bis zwanzig neue Karten pro Lerneinheit sind genug. Wer zu viele Karten erstellt, hat nicht mehr Zeit zum Wiederholen. Entferne Karten, die du sicher kannst, und überarbeite unklare.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Fiktives Beispiel: Tim lernt für eine Excel-Prüfung. Seine erste Karte lautet «Funktionen in Excel» mit einer Liste von zehn Funktionen auf der Rückseite. Er beantwortet sie nie richtig. Er teilt auf: Jede Funktion bekommt eine Karte mit einem kleinen Beispiel, etwa «Welche Funktion zählt Zellen, die ein Kriterium erfüllen? Wie sieht die Formel für Zellen über 100 aus?» Nach einer Woche kann er die meisten Formeln schreiben, ohne nachzuschauen.

Übung: Verbessere diese Karte

Schlechte Karte: «Kommissionierung: Methoden». Besser sind mehrere Karten: «Was ist der Unterschied zwischen Person-zur-Ware und Ware-zur-Person?», «Wann lohnt sich Batch-Kommissionierung?», «Welche Kennzahl misst die Geschwindigkeit der Kommissionierung?» Jede Karte prüft genau eine Leistung.

Papier oder App?

Beides funktioniert. Papierkarten eignen sich für unterwegs ohne Handy, Apps erinnern dich an Wiederholungen. Wichtig ist, dass du die Karten regelmässig und ohne Spicken beantwortest. Wenn du eine App nutzt, achte darauf, dass du eigene Karten erstellen kannst.

Häufige Fragen

Wie viele Karten sind zu viele?

Wenn du die Wiederholungen nicht mehr schaffst, sind es zu viele. Beschränke dich auf das, was wirklich geprüft wird, und lösche Karten, die du sicher beherrschst.

Soll ich Karten selbst schreiben oder fertige nutzen?

Beides hat seinen Platz. Selbst geschriebene Karten fördern das Verstehen, fertige Karten sparen Zeit. Eine Mischung ist oft sinnvoll.

Wie oft soll ich wiederholen?

Wiederhole in zunehmenden Abständen, zum Beispiel nach einem Tag, einer Woche und zwei Wochen. Passe die Abstände an deine Fehler an.

Quellen und weiterführende Links

Weiterlernen auf e-learning.place

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